Patientengespräch

Ein Wort an die Ärzte:

Im Fall eines Behandlungsfehlers ist Ärzten dringend dazu zu raten, das Gespräch mit dem Patienten zu suchen. Dieses Gespräch sollte der Arzt stets selbst führen, damit die Situation nicht eskaliert. Jedes ärztliche Handeln ist "gefahrgeneigte Tätigkeit". Außer sorgfältigem Handeln kann der Arzt aber auch durch Aufklärung und Dokumentation Auseinandersetzungen mit dem Patienten über tatsächliche oder vermeintliche Behandlungsfehler vermeiden. Bitte denken Sie daran: auch bei kleineren Eingriffen muss der Patient aufgeklärt werden. Es ist grundsätzlich unzureichend, einem Patienten lediglich ein Formular vorzulegen, das er unterschreiben soll. Erforderlich ist stets das persönliche Gespräch, in dem auf die Risiken hingewiesen wird. Dabei muss der Arzt auch Rücksicht auf die intellektuellen Fähigkeiten seines Patienten nehmen. In der Praxis hat sich die Kombination aus Merkblättern und Formularen und dem persönlichen Gespräch bewährt. Nutzen Sie die häufig in den Aufklärungsformularen enthaltenen freien Zeilen,
um individuellen Eintragungen handschriftlich hinzuzufügen. Eine wesentliche Rolle spielt auch der Zeitpunkt der Aufklärung. Bei Routineeingriffen ist es in der Regel ausreichend, den Patienten am Vortag über die Risiken zu informieren. Eine Aufklärung am Vorabend reicht hingegen nicht aus. Bei schwereren Operationen ist es auch ratsam, das Aufklärungsgespräch schon vor oder bei Vereinbarung eines festen Operationstermins durchzuführen, damit der Patient die Möglichkeit hat, ohne äußeren Druck eine Entscheidung zu treffen. In den Fällen, in denen dies nicht möglich ist, ist dem Arzt zu empfehlen, die Gründe hierfür zu dokumentieren.

Bitte unterschätzen Sie die Dokumentationspflicht nicht. Es handelt sich dabei zwar nur um eine sog. Nebenpflicht, wer diese Pflicht jedoch vernachlässigt, kann unter Umständen sein blaues Wunder erleben. Übrigens kommen Sie der Dokumentationspflicht nicht nach, indem sie missverständliche oder vieldeutige Abkürzungen oder lediglich die Abrechnungsnummern verwenden. Eine Dokumentation muss zwar nicht allgemein verständlich sein, aber ein anderer Arzt muss sie verstehen können. Nur eine zeitnahe Dokumentation ist glaubwürdig. Haben Sie einmal darüber nachgedacht, zur Unterstützung des Aufklärungsgesprächs mit dem Patienten Darstellungen in Bild-Atlanten zu verwenden? Durch sie kann der Patient zumindest eine Vorstellung davon erhalten, was bei einem Eingriff oder einer Behandlung mit ihm geschieht. Der Patient wird in die Lage versetzt, gezielt nachfragen zu können.

Sie dokumentieren elektronisch?
Dann achten Sie bitte unbedingt darauf, dass nachträgliche Änderungen im System entweder nicht vorgenommen werden können oder aber diese Änderungen kenntlich gemacht werden. Versäumnisse in diesem Bereich führen regelmäßig zu einer Beweisnot des Arztes im Streitfall.

 

Standort

Wesseling (Köln/Bonn)   
Tel. 02236 39 47 88    »Info

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Beginn: 22.05.2012, 20:00
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